„Ich möchte bitte das SPD-Magazin!“

Der Wahlkampf geht jetzt in die Schlussphase. Jetzt heißt es, die Leute direkt vor Ort anzusprechen, Infostände aufzubauen und Kandidierenden-Flyer unter das Volk zu bringen. Yvonne Lehmann, Gero Gewald, Ottomar Voß und die Oranienburger SPD-Chefin Marei John-Ohnesorg vernahmen eine gute Stimmung am letzten Samstag. Am Freitag haben Marga Schlag, Gero Gewald und Martin Schubert die selbsthergestellte Marmelade am Wochenmarkt in der Bernauer Straße unter die Leute gebracht. Viele haben auch schon gewählt, in Oranienburg haben schon fast 30 Prozent abgestimmt. Jetzt schon ein Rekord!

Alba Berlin, ein Basketballverein aus Berlin ist gerne Gast in Oranienburg. Am letzten Wochenende waren die Mannen wieder einmal da. Matthias Hennig, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der SVV bekam davon Wind und kaufte 50 Eintrittskarten für Interessierte. Nachdem er alle Karten verteilt hatte, bemerkte er, dass für ihn selbst nun keine mehr vorhanden war. Ein Verantwortlicher merkte das Malheur und nun besorgte dieser für Matthias eine Eintrittskarte. Das ist Oranienburg! 

Eine schöne Geschichte wird gerade von einigen in Oranienburg erzählt. Nicole Walter-Mundt hört auf. Nein, nicht ganz. Nur den CDU-Fraktionsvorsitz im Kreistag hat sie abgegeben. Abgegeben? Sie hat wohl schon lange keine Mehrheit mehr in „ihrer“ Fraktion. Deshalb hat sie hingeschmissen. Aber die Geschichte passt nicht zu ihr. Deshalb erzählt sie einfach, dass sie „alle halben Jahre prüfen wird, ob sie die anfallenden Aufgaben auch noch leisten könne“. Na, da sind alle gespannt, welches Amt als nächstes flöten geht. Was heißt flöten gehen. Am letzten Samstag hat sie ein neues Amt erhalten. Sie darf demnächst einen neuen Parteichef als Bundesparteitagsdelegierte mitwählen. Ist doch auch schön! 

Im Ortsteil Malz konnte Ortsvorsteher Michael Richter (SPD) das örtliche Dorffest eröffnen. Bratwurst und Steaks, Erbsensuppe und Bockwurst sowie leckerer Kuchen gehörten zu den Gaumengenüssen. Auch die Stadtverordneten Gero Gewald (SPD) und Dirk Blettermann (SPD) gehörten zu den Gästen des Festes. Eine besondere Attraktion war allerdings die Feuerwehr der Wache Nord aus Friedrichsthal und Malz. Sie simulierten einen Feuerwehreinsatz. Gegen 24 Uhr musste Ortsvorsteher Michael Richter (SPD) den DJ bitten, die Musik auszumachen. Die Leute wollten einfach noch nicht nach Hause gehen.    

Manchmal traut man seinen Augen nicht. Da kündigt sich der Landschleicher des RBB an, um in Oranienburgs Ortsteil Schmachtenhagen eine kleine Reportage zu drehen und die Oranienburger CDU huldigt auf ihrer Facebookseite den Vize-Ortschef aus Schmachtenhagen Ulf Azone (CDU). Grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn, ja wenn sich die hiesigen Christdemokraten doch nur erinnern würden, wer ihn auf diesen Posten gehievt hat. Falls ihr es vergessen habt. Es war die AfD, die Ulf Azone zum Vizechef von Schmachtenhagen mitgewählt hat. Schon vergessen? Das zum „Unvereinbarkeitsbeschluss“ der CDU, niemals mit der AfD gemeinsame Sache zu machen!

Am Mittwoch tagte der Kreistag in Oranienburg. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag von CDU, FDP und Freie Wähler zu elitären Begabtenlassen in Oberhavel. Dass sich die antragstellenden Fraktionen sich auf die Stimmen der AfD verlassen konnten, machte die Debatte deutlich. Ein letzter Appell des Kreistagsabgeordneten Dirk Blettermann (SPD) vor der Abstimmung brachte zwar eine deutliche Unruhe im konservativen Lager. Das hielt dennoch nicht ab, mit der vom Verfassungsschutz beobachteten AfD gemeinsame Sache zu machen. Der Abgrenzungsbeschluss der CDU zur AfD ist wieder einmal durch das tatsächliche Handeln als Absurdum entlarvt worden. Aktives gemeinsames abstimmen mit der AfD ist eben kein Vogelschiss!

Das SPD-Magazin „Rotkehlchen“ aus Oranienburg wird in diesen Tagen von den fleißigen SPD-Mitgliedern verteilt. Stefan Westphal hatte dabei folgendes Erlebnis: An den Briefkästen ist vielfach ein Aufkleber „Bitte keine Werbung“ angebracht. Also wird dort kein Magazin eingeworfen. Das interessiert allerdings die AfD nicht. In jedem Briefkasten steckte, von außen sichtbar, ein Exemplar ihrer Gazette. Darüber regte sich eine Anwohnerin auf. Anschließend nahm die Frau freudig ein Exemplar des Rotkehlchens ab. Wer noch keins im Briefkasten gefunden hat: Im Bürgerbüro in der Bernauer Straße gibt es immer noch ein paar Exemplare.

Jetzt sehen alle Meinungsforschungsinstitute in Deutschland die SPD bei der Bundestagswahl vorn. Mal beträgt der Abstand 2, mal 4 mal 6 Prozent. Während die Oranienburger Sozis einen lockeren, entspannten Wahlkampf betreiben, hört und sieht man von der CDU in Oranienburg gar nichts. „Wir bleiben dran“, meint Oranienburgs SPD-Vorsitzende Marei John-Ohnesorg. Wir werden bis zum Wahltag am 26. September für Olaf Scholz als Bundeskanzler und Ariane Fäscher als Bundestagsabgeordnete werben, so die Ortsparteichefin verschmitzt. 

Herbstzeit in Oranienburg. Die Blätter der Bäume werden gelb und in diesem Monat gibt es deutliche Veränderungen. Unsere Bundes-Mutti hört auf und wie man hört, hat der Vize gute Chancen Chef zu werden. Also bis zum nächsten Freitag, 

Eure

Henriette von Oranienburg 

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