Eine Schande aus Oranienburg

Nicht nur der Oranienburger Bürgermeister steht ab und zu im Fokus von Häme und Kritik. Am letzten Sonnabend traf es den Vorsitzenden der Linken-Fraktion, Ralph Bujok. Was war passiert? Am Donnerstag im Finanzausschuss bemerkte er, „dass der Geschäftsführer der WOBA, Bernd Jarczewski, wieder einmal nicht da ist. Leider ist er oft nicht da, man kann ihn selten fragen“. Obwohl Ralph Bujok den Grund der Abwesenheit kannte, konnte er es sich wohl nicht verkneifen, sich wieder einmal eine weitere Stufe des Niveaus nach unten zu begeben. Die Bemerkung hat „Trump-Niveau“, wie es im Bericht des Oranienburger Generalanzeiger hieß. Er „bedankte“ sich für den beleidigenden Vergleich mit Trump.

Am Dienstag traf sich die SPD-Fraktion. Per Videoschalte. Unser ältestes Mitglied, der langjährige Stadtverordnete Eckhard Kuschel fremdelt nach wie vor mit der modernen Technik. Kurzerhand hat sich Oranienburgs SPD-Vorsitzende Marei John-Ohnesorg angeboten, dem guten Eckhard unter die Arme zu greifen. Gemeinsam, aber mit Abstand, sitzen sie nun vor dem PC und nehmen aktiv an der SPD-Fraktionssitzung teil. Das nennt man gelebte Solidarität. 

SPD-Fraktionschef Matthias Hennig berichtete aus dem Ältestenrat vom Vortag. Ein neuer Ausschuss soll im kommenden Jahr installiert werden. Ein Feuerwehrausschuss. Dieser soll sich im kommenden Jahr um die Berufs- und Freiwilligenwehr kümmern und Vorschläge erarbeiten, die dann in den Folgejahren umgesetzt werden sollen. Das ist dann der achte Ausschuss in dieser Wahlperiode.  

Am Mittwoch wurde die 212. scharfe Bombe seit 1990 unschädlich gemacht. Oranienburgs SPD-Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann erinnerte in diesem Zusammenhang erneut auf die Verpflichtungen vom Bund. Er erneuerte die Forderung aus Oranienburg, dass die finanziellen Leistungen des Bundeshaushalts fortgesetzt werden müssen.

Um kurz vor 3 war es dann soweit. Mit dem Sirenenheulen weiß jeder, dass die Entschärfung erfolgreich abgeschlossen ist. Der Oranienburger Bürgermeister Alexander Laesicke fährt in Windeseile zu den Sprengmeistern und spricht seinen Dank im Namen Stadt aus. Diesmal kam noch die Oranienburger CDU-Abgeordnete Nicole Walter-Mundt zum Inselweg. Denn ihr gehört das jetzt durchgewühlte Grundstück an der Havel im Ortsteil Lehnitz, so der Bericht im Oranienburger Generalanzeiger. 

Auch am Mittwoch tagte der Kreistag des Landkreises Oberhavel. Ausschließlich per Video wurde getagt. Kein Abgeordneter war anwesend. Auch wenn jeder von zu Hause seine Beiträge „abliefern“ musste, war die Heftigkeit nicht geringer. Diesmal entzündete ein Personalvorschlag der AfD-Fraktion die Gemüter. Auch Oranienburgs SPD-Kreistagsabgeordneter Dirk Blettermann meldete sich zu Wort und warf dem Vorsitzenden der AfD-Fraktion vor, die anderen Kreistagsmitglieder einschüchtern zu wollen. Der Personalvorschlag  wurde dann auch folgerichtig abgelehnt. 

Vor dem Bundestag haben sich am Mittwoch mehrere hundert Demonstranten eingefunden, um ihre Ablehnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie kundzutun. Unter einen Hitler-Bild und verfassungswidrigem Fahnentuch wurde demonstriert und gepöbelt. Es wurde gerempelt und der Rechtsstaat sollte verhohnepiepelt werden. Anordnungen der Polizei wurden missachtet. Man machte sich straffällig und nahm Kinder als menschliche Schutzschilde. Alles in  allem eine Schande. Neben NPD-Funktionären konnte man unter anderem auch den Oranienburger AfD-Stadtverordneten Joachim Radtke bei der Demonstration sehen. Noch Fragen? 

Am Donnerstag lud die Stadt Oranienburg zu einer Konferenz über 20 Jahre Stadtentwicklung Oranienburg ein. Da die Anzahl der Teilnehmer:innen auf 25 reglementiert war, konnte auch nicht jeder daran teilnehmen. Für die SPD ergatterten Bauausschussvorsitzender Olaf Bendin und Fraktionschef Matthias Hennig zwei Plätze.

Am Donnerstagabend veröffentlichte Brandenburg Aktuell die neuesten Stimmungszahlen in Brandenburg. Die SPD bleibt auch im 31. Regierungsjahr deutlich stärkste Partei mit 26 Prozent. Abgeschlagen kommen CDU und AfD auf Platz 2 und 3 mit 20 und 19 Prozent. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bleibt beliebtester Politiker im Land, gefolgt von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher von den Grünen.

Liebe Leserinnen und Leser, seit einigen Monaten beenden wir unsere Kolumne immer mit dem Appell, die Abstandregeln und andere Auflagen einzuhalten. Auf Besuche, Reisen und Veranstaltungen sollte verzichtet werden. In diesem Sinne, bleibt gesund!

Eure

Henriette von Oranienburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.