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Wöchentliche Kolumne | 15.5.26

Bunte Truppen, Sport und PV

Unternehmen in Oranienburg investieren immer stärker in erneuerbare Energie. Eine beeindruckende Dimension hat die neue Photovoltaik-Anlage über dem Unternehmensparkplatz von TAKEDA. 3500 Solarmodule erzeugen 1,5 Gigawattstunden an Strom und tragen damit in Zukunft dazu bei, den Strombedarf des Unternehmens zu decken. Vor Ort produziert und gleich verbraucht. Finden wir super! Vier Millionen Euro kostete die Investition, die sich in rund 10 Jahre amortisiert haben soll. Unser Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann, Brandenburgs Finanzminister Daniel Keller und Landrat Alexander Tönnies waren unter den Gästen, die den Startschuss für die Anlage gaben. Das Beispiel zeigt: Grüne Energie ist die Energie der Zukunft!

In Zehdenick fand am vergangenen Wochenende die Bürgermeisterwahl statt, zum vierten Mal in sieben Jahren. Inklusive zweier Stichwahlen waren die Menschen somit zum 6. Mal seit 2019 dazu aufgerufen, ihr Stadtoberhaupt zu wählen. Hinzu kamen wohl Frust mit der Nicht-Arbeit des vorherigen Bürgermeisters, der mit über 97% abgewählt werden musste und eine demokratische Mitte, die scheinbar nicht organisiert war. Perfekter – und quasi einmaliger – Nährboden also für Populismus, Demokratieverdrossenheit und somit die Wahl eines Kandidaten der extremen Rechten zum Zehdenicker Bürgermeister. Bei knapp 52% Wahlbeteiligung gaben ihm im ersten Wahlgang 58% ihre Stimme – also knapp 30% der Zehdenicker Wahlberichtigten, was aber dazu reichte, um erster hauptamtlicher, direktgewählter AfD-Bürgermeister in Brandenburg zu werden. Eigenartig: In den „sozialen Netzwerken“ liest man nach der Wahl in Zehdenick nichts von vermeintlichem Wahlbetrug, Briefwahleinfluss oder ähnlichem, den AfD-ler sonst in der von ihnen teils so genannten „Demokratiesimulation BRD“ herbeireden. Diesen scheint es in ihrer Blase wohl angeblich nur dann zu geben, wenn die Gegenkandidaten zur AfD gewählt werden. Wie schön doch ein einfaches Weltbild sein muss.

Wahlschlappen kassierte die AfD in der vergangenen Woche übrigens vier: Im Barnim unterlag sie in der Stichwahl zum Landrat Amtsinhaber Daniel Kurth (SPD, 66,1%). Im Panketal verteidigte SPD-Mann Maximilian Wonke in der Stichwahl mit über 70% das Bürgermeisteramt gegen die extreme Rechte. Zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz (Sachsen) lag sie 5% hinter dem CDU-Kandidaten und muss in die Stichwahl. Ebenfalls in Sachsen, in Aue-Bad Schlema, schaffte sie es nicht mal in die Stichwahl zum Oberbürgermeister. Alle diese Meldungen gehen neben der Wahl in Zehdenick derzeit unter, weshalb wir gern an sie erinnern. Generell: Von 294 Landräten in Deutschland stellt die AfD einen und von über 2.000 hauptamtlichen Bürgermeistern vier. Ein Scheinriese, der sich zur „Volkspartei“ verklärt.

Am Samstag fand das letzte Heimspiel des OHC statt. Zwar war der Klassenerhalt für beide Teams sicher, aber doch lieferten sich die Kontrahenten aus Oranienburg und Stralsund ein spannendes Spiel, das unsere Jungs letztlich gewannen, 26:23 Endstand. Nach dem Spiel wurden Spieler verabschiedet und Vereinsmitglieder ausgezeichnet. Das Spiel verfolgten Oranienburgs Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder, Landrat Alexander Tönnies, Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann und Stadtverordneter Gero Gewald. Nicht nur in Schräglage:-)

Die Kassen auf allen Ebenen sind leer – das ist nichts Neues. Auch im Landkreis Oberhavel muss künftig genau hingeschaut werden, wo Geld ausgegeben wird und wo gespart werden kann. Neu ist aber die Dimension, die die Oberhaveler  seit der Wende so noch nie hatten. Aktuell gilt eine Haushaltssperre. In allen Bereichen soll jetzt gespart werden. Das heißt auch, zum Teil bei Trägern, die für den Landkreis Aufgaben erfüllen. In der Sondersitzung des Finanzausschusses am Montag wurde fraktionsübergreifend deutlich, dass viele Kreistagsmitglieder Einschnitte  – zum Beispiel bei Hilfestrukturen für von Gewalt betroffenen Frauen – ablehnen. Die Ehrenämtler müssen nun gemeinsam mit allen Akteuren versuchen, den Spagat zwischen nötigen Einsparungen und drohenden Einschnitten bei zentralen Unterstützungs- und Hilfestrukturen auszutarieren. Das ist alles andere als leicht. Kar ist, wenn das Hilfenetz für Menschen zu sehr eingestampft wird, drohen Folgekosten im Sozialsystem zu späteren Zeitpunkten – das wird die SPD nicht mittragen.

Am Montag tagte die SVV und es war Einiges los. Michael Richter wurde neu für die SPD vereidigt. Max Haiduk folgt bei Bündnis 90 / Die Grünen auf Susanne Zamecki, die in die Stadtverwaltung wechselt. Wir wünschen allseits gutes Gelingen. Pascal Mundt, CDU, hat den urlaubenden Dirk Blettermann, SPD,  vertreten und ist auch mit einigen Widrigkeiten aus einer unsortierten politischen Ecke im Verlauf der Sitzung souverän umgegangen. Und inhaltlich wurde Einiges auf den Weg gebracht: Das INSEK als Richtschnur für die Stadtentwicklung wurde nach konstruktiven, aber sehr langen Debatten, endlich verabschiedet. Die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur mit der Planung von Kita- und Schulplätzen wurde diskutiert. Das Thema wird uns noch weiter beschäftigen, hier gilt es, den Spagat zwischen guter Qualität, Zahlen und Kosten immer wieder neu auszuhandeln.. Danke an alle für die gute Debatte. Und die „bunte Truppe“ ist ein Schnappschluss, der am Rande der Sitzung entstanden ist. Auf weiter gute Zusammenarbeit!

Ansonsten finden wir: Die Gärten und Seen sollten vorerst glücklich sein, was Wasser angeht. Insofern wünschen wir uns ein paar trockene, sonnige Tage. Gern auch ein paar Grad mehr, da hätten wir auch keine Einwände.

In diesem Sinn wünscht einen schönen Freitag und ein wunderbares (hoffentlich langes…) Wochenende,

Euer Henri von Oranienburg