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Wöchentliche Kolumne | 29.6.26

Nichts los in Oranienburg? Von wegen. Wir machen ja in gar keinem Fall Produktwerbung und auch nicht für bestimmte Läden oder Ketten. Aber ein neuer Biomarkt ist schon eine Erwähnung wert. In der André-Pican-Straße hat ein Biomarkt eröffnet, groß, gut sortiert. Das ist eine gute Ergänzung in unserer Stadt. Eine ganz andere Neuerung gab es ein Stück weiter in der Saarlandstraße. Die drei fulminanten Schlaglöcher sind wieder gefüllt. Endlich. Das hat diesmal ganz schön lange gedauert. Aber jetzt ist der Schaden behoben.

 

Und täglich grüßt der Rechtsruck aus Velten. Nun wurde ein rechtsextremer Heimat-Mann (umbenannte NPD) von den Stadtverordneten zum Europabeauftragten der Stadt gewählt. Die Wahl war geheim, das Ergebnis aber öffentlich: 12 Stimmen sammelte er. Wer der Veltener Lokalpolitik länger folgt, kennt aber diese Stimmenanzahl: Es ist die Zahl jener Mehrheit, mit der „ProVelten“, AfD und NPD/“Die Heimat“ regelmäßig Beschlüsse fassen, z.B. um das Ergebnis der demokratischen Bürgermeisterwahl anzufechten. Besonders auffällig: Susanne Mihatsch von „ProVelten“ hat den 2019 wegen Nötigung verurteilten ehemaligen NPD-Mann für die Wahl vorgeschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass die Veltener zur nächsten Kommunalwahl hinter die wohlklingende, aber massiv bröckelnde Fassade von „ProVelten“ schauen und den Drift nach rechtsaußen quittieren.

„Die Linke“-Oberhavel veröffentlichte einen Cartoon zum Geschehen in Velten. In einem Kommentar darunter schrieb sie, dass man AfD und „Die Heimat“ derzeit noch nicht gleichsetzen könne. Aber stimmt das? Nun ist Gleichheit gewiss ein hoher Anspruch – selbst zwei Blätter vom selben Baum gleichen sich nicht. Aber You-Tube sei Dank, kann sich jeder die Reden der NPD von vor 15 Jahren anhören, als sie noch in manchen Landtagen saßen. Dem geneigten Leser sei nahegelegt, sich eine beliebige NPD-Rede rauszusuchen und sie mit einer durchschnittlichen, aktuellen AfD-Rede zu vergleichen. Das Ergebnis könnte verblüffend sein!

Wenig verblüffend waren die Reaktionen auf die Wahl des „Die Heimat“-Stadtverordneten. Eine Oranienburger AfD-Stadtverordnete kommentierte: „Sehr gut!“, ein anderes AfD-Fraktionsmitglied lenkte bei der Frage nach der Gesinnung des Mannes direkt zur Gesinnung „linksgrüner Politiker“ ab. Es zeigt sich immer deutlicher, wo die AfD, ihre Mitglieder und Funktionsträger stehen. Wie viele wohl dieses Mal „von nichts gewusst“ haben wollen?

Kaum zu glauben, aber wahr: Dirk Blettermann wird sechzig Jahr‘. Der Vorsitzende der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung feierte in der vergangenen Woche seinen runden Geburtstag. Über die Hälfte seines Lebens ist er bereits in der Oranienburger Kommunalpolitik aktiv und wer die Stadt von früher kennt, weiß, dass auch er – neben vielen anderen Ehrenamtlichen – oft an der richtigen Stelle die Hand gehoben haben muss. Und er macht es weiterhin. Burkhard Wilde und Matthias Hennig überreichten ihm am Rande der SPD-Fraktionssitzung ein Präsent anlässlich seines Ehrentages.

Apropos unsere Fraktionssitzung: Diese fand am Dienstag statt. Nachdem die Stadtverordneten und Sachkundigen die großen künftigen Linien besprochen haben, ging es um die Vorbereitung der Fachausschüsse. Relativ wenige, aber dadurch nicht minder wichtige, Beschlussvorlagen stehen einigen Anträgen gegenüber. Neben der Friedhofssatzung wird es um Ampeln, Arbeit in den Ortsteilen und vieles weitere gehen.

Am Mittwoch kam der SPD-Unterbezirksvorstand zusammen – also das Parteigremium, welches für ganz Oberhavel zuständig ist. Dieses Mal ging es nach Zehdenick. Gemeinsam mit  Zehdenicks SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Erick Ruck wurde die Bürgermeisterwahl ausgewertet. Die Zehdenickerinnen und Zehdenicker haben gewählt und einen AfD-Mann zum Bürgermeister gemacht – mangels  echter Alternativen und vieler vorheriger Enttäuschungen. Das ist nicht schön, muss aber akzeptiert werden. Statt nun aber den Kopf in Sand zu stecken, formieren sich die liberalen Kräfte in Zehdenick neu. Das ist gut, aber dafür braucht es Mitstreiterinnen und Mitstreiter – in Zehdenick und überall. Kommen Sie vorbei, werden Sie aktiv, setzen Sie sich mit uns ein für eine liberale, demokratische Gesellschaft!

Und für alle, die sich nun fragen, was in so einem Ortsverein eigentlich passiert, haben wir nun einen ganz heißen Tipp: Am Montag den 15. Juni 2026 zeigt die Friedrich-Ebert-Stiftung im Oranienwerk den Film „Unten – im Ortsverein“. Der Eintritt ist kostenfrei. Kommen Sie gerne vorbei! Mit dabei ist auch Oranienburgs Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder, Oranienburgs SPD-Chefin Marei John-Ohnesorg und unser Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann. Alle Infos zur Veranstaltung gibt es hier: https://www.fes.de/veranstaltungen/veranstaltungsdetail/290186

Gestern, am Donnerstag, hat Marei John-Ohnesorg, SPD-Ortsvereinsvorsitzende, zur monatlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Diesmal hatten wir einen besonders spannenden Gast: Dr. Detlef Troppens, Geschäftsführer der Oberhavel-Kliniken, hat über den aktuellen Stand zum geplanten Klinik-Neubau in Oranienburg berichtet. Der Antrag ist gestellt. Bis wirklich alles fertig ist, wird es noch einige Jahre dauern. Gestern sind wir bei der gut besuchten Runde in alle Fragen rund um die neue Klinik eingetaucht, von der Finanzierung bis zur Busanbindung. War sehr informativ, auch wenn natürlich noch viele Fragen offen sind.

Ein wunderbares Wochenende wünscht

Euer Henri von Oranienburg