
Lieb doch, wen Du willst!

Am Sonntag wurde vor dem Schloss Oranienburg die Regenbogenflagge gehisst. Anlass war der IDAHOBIT: Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Vielfalt, Respekt und gleiche Rechte sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Die Regenbogenflagge zeigt: In Oranienburg ist kein Platz für Hass und Diskriminierung. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für Offenheit und Respekt. Das war das Plädoyer von Oranienburgs Bürgermeisterin, Jennifer Collin-Feeder. Schülerinnen und Schüler vom Runge-Gymnasium haben dort Texte vorgetragen, die unter die Haut gingen: Mutig und sehr berührend. Das ist ein Auftrag an uns alle, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Marei John-Ohnesorg, Vorsitzende der SPD Oranienburg, und viele weitere Stadtverordnete waren dabei. Und viele andere. Gut so!

Habt ihr schon vom Bauturbo gehört? Uns allen ist bezahlbares Wohnen ein Anliegen. In der Vergangenheit wurde gebaut – gerade die Zahlen in Oranienburg können sich sehen lassen. An vielen anderen Orten läuft es aber schleppend. Die Verfahren dauern zu lange. Das soll und wird sich ändern: Wenn ein Antrag gestellt wird, muss er in einer festen Frist von drei Monaten bearbeitet werden, sonst gilt er als genehmigt. Klingt gut? Finden wir auch. Der Haken: Die Verwaltung hat wenig Zeit, zu prüfen. Im Ortsbeirat Lehnitz war Enrico Wießner, der zuständige Baudezernent, zu Gast. Hier wurden die Details durchgesprochen. Klar ist, die Verwaltung steht deutlich mehr unter Druck. Aber das Ziel ist sinnvoll. Sag einer, Kommunalpolitik sei nicht spannend.

Der Verein „Willkommen in Oranienburg“ engagiert sich für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte. Am Mittwoch berichteten ehrenamtliche Integrationshelferinnen und -helfer im Kreistagsaal in Oberhavel von ihren Erfahrungen, Menschen beim Ankommen in Oberhavel zu unterstützen. Und natürlich waren auch viele dabei, die von eben diesen Angeboten profitierten. Hintergrund war der Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“. Es zeigt sich klar: Mit etwas Unterstützung können viele einen Neuanfang bei uns starten – sie gehen zur Schule, finden einen Job und werden Teil unserer Gemeinschaft. Finden wir großartig! Diese positiven Beispiele verdienen mehr Aufmerksamkeit, dann würde den Lautsprechern von Rechtsaußen ganz schnell die Luft ausgehen.

Im Verlauf der Woche sorgte ein MAZ-Artikel für Aufruhe: der AfD-Stadtverordnete Alfred Füllmann soll demnach den zu der Zeit leitenden Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Pascal Mundt (CDU) als „Vollpfosten“ bezeichnet haben. Direkt davor gab es eine wechselhafte Diskussion und, nach längerer Debatte, einen angenommenen Geschäftsordnungsantrag zum Ende der Debatte, wodurch der AfD-Vertreter dann eben auch zum Ende kommen musste. Dass in der SVV mit Beleidigungen hantiert wird, stellt eine neue Eskalationsstufe dar. In seiner Stellungnahme sagte der Vertreter der in weiten Teilen rechtsextremen Partei, dass „wenn es negativ angekommen“ sei, er sich dafür entschuldige. Letztlich fasste es der SPD-Stadtverordnetere Gero Gewald treffend in einem Kommentar zusammen: „Eine Beleidigung sagt am Ende mehr über den Absender aus als über den Empfänger.“
